Da meine Wochentage in Klausur ja nicht gerade von Ereignisreichtum geprägt sind, will ich noch eine weitere Betrachtung, des ansässigen Mitmenschen vornehmen, des homo schweizicus.
Dieser ist recht klein gewachsen, wie es für ein Begvölkchen so üblich ist. Das ist so auffällig, dass meine Freundin mit 1,79m jedes Mal in Begeisterungschreie ausbricht, wenn sie ein Exemplar auf der Strasse sieht, von dem sie überragt wird.
Er zeichnet sich, durch schon erwähnte Freundlichkeit aus (er lächelt unentwegt!), die er auch in den Straßenverkehr transportiert, man hält sich auch die Tür auf und für ein nettes grüesse oder uf wiederluege ist immer Zeit. Auch Bus- und Tramfahrer lassen einen nicht heran hetzen und schließen die Tür sobald man fast da ist, sondern sie warten auf einen.
Darüber hinaus ist dieses possierliche Menschlein sehr reinlich, auf den Straßen findet sich kein Papier, keine Kippen (überall sind Aschenbecher, die auch benutzt werden) oder Hundekacke (da gibt`s kleine Beutelchen, die man aus Automaten ziehen kann und die auch tatsächlich benutzt werden!).
Die Schweiz ist das Land des Sports, man fährt Ski oder Snowboard auch extrem Mountain-Biking in den Bergen ist für den aktiven homo schweizicus keine Seltenheit. Alle paar Meter wird man auf der Strasse von einem Jogger über den Haufen gerannt und selbst die kleinsten schlitteln schon, dass es kein halten mehr gibt.
Dieser Tage sieht man viele mit Krücken durch die Gegend humpeln, auch hier ist der Grund wohl in der Skisaison zu finden. Vielleicht sind es auch Ausländer, die, die einheimische Ampelschaltung nicht verstehen und weniger Glück hatten, als ich bis jetzt. Denn in diesem Punkt zeigt sich der homo schweizicus beängstigend unorganisiert.
Alles in allem ist die Bestandsaufnahme erfreulich, so kann man doch zusammen alt werden!